31aug
MONTAG · 13:00 Uhr – 14:30 Uhr
Vortrag
Piraterie der Barbareskenstaaten und Hark Olufs aus Amrum
Hanns Alexander Klemm
Das 18. Jahrhundert war eine Epoche tiefgreifender politischer, wirtschaftlicher und militärischer Umwälzungen. Während Großbritannien, Frankreich, Spanien und die Niederlande auf den Weltmeeren um Handelsrouten und Kolonien konkurrierten, entwickelte sich das Mittelmeer zu einem eigenständigen Schauplatz permanenter Auseinandersetzungen zwischen christlichen und muslimischen Herrschaftsgebieten. Neben den regulären Flotten spielten dabei sogenannte Korsaren – staatlich legitimierte Freibeuter – eine bedeutende Rolle.
In diesem historischen Umfeld lebte Hark Olufs (19. Juli 1708 – 13. Oktober 1754), ein Seemann von der nordfriesischen Insel Amrum, der 12 Jahre in der Sklaverei in Algier verbrachte, sich beim Bey von Constantine hochdiente und freikam. Sein außergewöhnliches Schicksal verbindet die Geschichte der norddeutschen Seefahrt mit der Welt der Barbareskenstaaten Nordafrikas. Die Olufs-Familien waren auf den friesischen Inseln Föhr und Amrum zu Hause und im Walfang, als Seeleute und Kapitäne in der Handelsschifffahrt und in der niederländischen Marine, als Reeder, als Landvögte und als Landwirte tätig. Die sogenannten „Sprechenden Grabsteine" der Friedhöfe erzählen davon. Die Mutter von Freund Klemm ist eine geborene Olufs.
Die 1747 erstmals veröffentlichten Erinnerungen von Hark Olufs gehören heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Selbstzeugnissen über die Gefangenschaft in Nordafrika. Die Lebensgeschichte von Hark Olufs ist aber weit mehr als eine persönliche Abenteuererzählung. Sie eröffnet einen Blick auf die wirtschaftlichen Interessen europäischer Handelsmächte, auf die Bedeutung der Piraterie für internationale Konflikte sowie auf die Auswirkungen von Sklavenhandel und Lösegeldsystemen auf die damalige Gesellschaft.
In diesem historischen Umfeld lebte Hark Olufs (19. Juli 1708 – 13. Oktober 1754), ein Seemann von der nordfriesischen Insel Amrum, der 12 Jahre in der Sklaverei in Algier verbrachte, sich beim Bey von Constantine hochdiente und freikam. Sein außergewöhnliches Schicksal verbindet die Geschichte der norddeutschen Seefahrt mit der Welt der Barbareskenstaaten Nordafrikas. Die Olufs-Familien waren auf den friesischen Inseln Föhr und Amrum zu Hause und im Walfang, als Seeleute und Kapitäne in der Handelsschifffahrt und in der niederländischen Marine, als Reeder, als Landvögte und als Landwirte tätig. Die sogenannten „Sprechenden Grabsteine" der Friedhöfe erzählen davon. Die Mutter von Freund Klemm ist eine geborene Olufs.
Die 1747 erstmals veröffentlichten Erinnerungen von Hark Olufs gehören heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Selbstzeugnissen über die Gefangenschaft in Nordafrika. Die Lebensgeschichte von Hark Olufs ist aber weit mehr als eine persönliche Abenteuererzählung. Sie eröffnet einen Blick auf die wirtschaftlichen Interessen europäischer Handelsmächte, auf die Bedeutung der Piraterie für internationale Konflikte sowie auf die Auswirkungen von Sklavenhandel und Lösegeldsystemen auf die damalige Gesellschaft.